zurück

Bankensterben: Wie liquidiere ich eine Bank?

News
17.02.2014 | Dr. Thomas König
Lesezeit 5 Minuten

Eine Bemerkung, die Vontobel-Manager Zeno Staub letzten Herbst in London machte, sorgte für viel Aufregung. Staub hatte an einem Journalistenbriefing gesagt, dass sich die Zahl der Banken in der Schweiz von 300 auf ungefähr 200 reduzieren könnte. Dies aufgrund des Rechtsstreits wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung mit den USA.
 
In der Tat: Das Verwalten von nicht versteuertem Geld aus den USA und Europa ist für Banken in der Schweiz kein praktikables Geschäftsmodell mehr. Banken, vor allem kleinere Privatbanken aber auch die Schweizer Niederlassungen von ausländischen Banken, überlegen sich, aus dem Geschäft auszusteigen. Doch das ist gar nicht so einfach. Als ehemaliger CEO der Schweizer Niederlassung der dänischen Sydbank durfte bzw. musste ich die Liquidation einer Bank konkret umsetzen. 

Verfügbarkeit von Daten für zehn Jahre
Eine Bank, in der undeklarierte Gelder verwaltet werden, kann man heute kaum mehr verkaufen. Wollen die Eigner aus dem Geschäft aussteigen, muss sie also liquidiert werden. In einer Bank stecken mindestens 15 Millionen Eigenkapital. Wollen die Eigner durch die Liquidation der Bank an dieses Geld herankommen, müssen sie alle Aktiven und Passiven loswerden und dies durch eine gründliche Revision bestätigen lassen. Erst dann kann die Banklizenz der FINMA zurückgegeben werden.
 
Teil der Buchprüfung ist die Revision der Informatik. Denn die Bank, die aufgelöst werden soll, muss nachweisen, dass sie sämtliche Dokumente noch mindestens für zehn Jahre zur Verfügung stellen kann. Nicht nur das: Sie muss auch beweisen, dass sie rechtliche korrekte Prozesse – zum Beispiel die Überprüfung der Identität und Berechtigung eines ehemaligen Kunden, der Dokumente verlangt – ausführen kann.

Das kann teuer werden. Denn die Daten von Banken sind in Kernsystemen und in vielen Umsystemen (CRM, E-Mail, Papier, Filesysteme) gelagert. Will man diese Daten verfügbar halten, müsste man theoretisch sämtliche Banksysteme für mindestens zehn Jahre im Zustand zur Zeit der Liquidation der Bank am Laufen halten.
 
«Liquidations-Maschine»
Es kann nicht erstaunen, dass eine mögliche Lösung für die Problemstellung in Zürich entwickelt wurde. Nach dem Ende der Sydbank (Schweiz) verantwortete ich bei der BUSINESS IT die Geschäftsentwicklung im Financial Services Umfeld, wo ich zusammen mit der Zürcher Softwarefirma the i-engineers eine Lösung für Banken, die aus dem Geschäft aussteigen wollen, entwickelte.
 
«Archive-engine», wie die Lösung genannt wird, baut auf der Datendrehscheibe «finance engine» der i-engineers auf. Daten aus den Fachapplikationen der zu liquidierenden Bank, aus CRM- wie auch aus Kommunikationssystemen, werden in der «archive-engine» als Bankkundendossiers gespeichert und es werden Regeln für die Zugriffsberechtigungen festgelegt. Der Betrieb der «archiv-engine» stellen wir in unserer Cloudumgebung in der Schweiz sicher. Ausserdem beraten wir mit unseren Experten die Banken in der Liquidationsphase und arbeiten im operativen Geschäft mit, wenn die Personaldecke zum Ende hin dünn wird.
 
Sollten Sie, was ich als ehemaliger Banker im Grunde nicht wünsche, mit der Herausforderung der Schliessung eines Finanzinstituts beauftragt werden, stehe ich und meine Kollegen Ihnen mit Rat und Tat auf dieser delikaten Reise zur Verfügung.

close

Support

Über unser Service Portal (SSP) technische Unterstützung einholen oder einen Hardware- oder Software-Fehler melden.

Zum Self Service Portal

Fernwartung

Remote mit unseren Spezialisten in Kontakt treten.

Teamviewer laden

Shop

Per Mausklick Waren nach definierten IT-Standards bestellen - Mit unserem Customized Order System (COS) eine massgeschneiderte E-Procurement Plattform nutzen.

Kontakt

Tel.: +41 58 715 15 15
Fax.: +41 58 715 15 16
E-Mail: info@business-it.ch

Zürich

Stationsstrasse 5
8306 Brüttisellen

Bern

Weyermannsstrasse 10
3008 Bern

Basel

Clarastrasse 21
4058 Basel

Locarno

Via Bernardino Luini 3A
6600 Locarno

Diese Seite verwendet Cookies.